Yoga für Anfänger
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Die meisten Menschen fangen nicht mit Yoga an, weil sie beweglich sind, sondern weil sie es nicht sind. Das ist der richtige Grund. Hier steht, wie der Start klappt, ohne dass du dich nach drei Wochen wieder abmeldest.
Du musst nichts können
Der häufigste Satz vor der ersten Stunde lautet: „Ich komme ja nicht mal an meine Zehen.“ Das spielt keine Rolle. Yoga ist keine Prüfung in Beweglichkeit, sondern eine Übungsmethode. Steife Hüften, ein runder Rücken vom Schreibtisch und wenig Gleichgewicht sind der Ausgangspunkt, nicht das Hindernis.
Wichtiger als jede Voraussetzung ist die Bereitschaft, eine Weile regelmäßig dabeizubleiben. Nach sechs bis acht Wochen mit ein bis zwei Einheiten pro Woche merken die meisten Einsteiger einen Unterschied, zuerst oft beim Schlafen oder im Nacken.
Welcher Stil für den Anfang?
Für Einsteiger eignen sich ruhige Kurse, in denen die Haltungen erklärt und eine Weile gehalten werden:
| Stil | Tempo | Für wen am Anfang |
|---|---|---|
| Hatha Yoga | ruhig, Haltungen werden gehalten | fast alle, guter Standard |
| Yin Yoga | sehr ruhig, lange passive Dehnungen | wer vor allem abschalten will |
| Iyengar Yoga | genau, viele Hilfsmittel | wer Wert auf Ausrichtung legt |
| Vinyasa / Flow | fließend, schwitzig | wer schon sportlich ist, besser nach ein paar Wochen Hatha |
| Ashtanga | feste Abfolge, fordernd | eher nicht als allererster Kurs |
Steht im Kursprogramm „Anfänger“ oder „Grundkurs“, ist das meist ein Hatha-Kurs mit fester Gruppe über acht bis zehn Termine. Das ist ideal, weil die Lehrkraft dich kennenlernt und die Übungen aufeinander aufbauen.
Was du zur ersten Stunde mitbringst
- bequeme Kleidung, die beim Vorbeugen nicht rutscht
- eine Wasserflasche
- eine Decke oder ein großes Handtuch für die Endentspannung
- wenn vorhanden, eine eigene Matte (viele Studios und Vereine verleihen welche)
Iss zwei Stunden vorher nichts Schweres. Geübt wird barfuß. Komm fünf Minuten früher, damit du der Lehrkraft sagen kannst, ob du Beschwerden hast, etwa im Rücken, in den Knien oder mit dem Blutdruck.
Die typischen Anfängerfehler
Zu viel wollen. Wer in der ersten Stunde so tief in die Vorbeuge geht wie die Nachbarin, spürt es am nächsten Tag. Geh bis zu einem deutlichen Dehngefühl und nicht weiter.
Die Luft anhalten. Bei anstrengenden Haltungen hält fast jeder unbewusst den Atem an. Ruhig durch die Nase weiteratmen ist die halbe Übung.
Die Endentspannung schwänzen. Shavasana sieht nach Nichtstun aus und ist für viele die wichtigste Phase. Bleib liegen.
Sich vergleichen. In jeder Gruppe gibt es jemanden, der seit zwanzig Jahren übt. Sieh auf deine eigene Matte.
Zu Hause üben
Zwischen zwei Kursterminen helfen schon zehn Minuten zu Hause: zwei, drei Haltungen aus dem Kurs, ein paar ruhige Atemzüge, fertig. Wie du dir dafür einen kleinen Platz einrichtest, steht im Beitrag Der Praxisraum. Videos aus dem Netz sind praktisch, ersetzen aber am Anfang nicht den Blick einer Lehrkraft, die dich korrigiert.
Am Meer anfangen?
Ein Yogawochenende an der Küste ist ein schöner Einstieg, weil du ein paar Tage ohne Alltag übst. Achte bei der Buchung darauf, dass die Angebote ausdrücklich für Anfänger geeignet sind und die Gruppen nicht zu groß sind. Worauf es bei Yogareisen sonst ankommt, steht unter Retreat an der Ostsee wählen.